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Radweg Stille Pauline

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Radweg Stille Pauline: Am So, 10. Juli 2011 ging es mit 30 Radio Eins Hörerinnen und Hörern von Paulinenaue nach Neuruppin.

Bereits wenige Kilometer vom Bahnhof Paulinenaue entfernt empfängt uns Annelie Kuring mit selbstgemachter Holunder-Limonade. Seit Ende der 1990er Jahre lebt Kuring im wohl repräsentativsten Gebäude direkt an am alten Bahndamm. Es ist die einstige Verladestation und Post am damaligen Bahn-Haltepunkt Lobeofsund aus dem Jahr 1927. Der Dorfname Lobeofsund soll übrigens auf einen schwedischen Fahnenflüchtigen im Dreißigjährigen Krieg zurückgehen: "Lob auf den Sand" soll sein Ausruf gewesen sein, als er diese trockene Stelle im damaligen Moor des Rhinluchs erreichte - woraus dann in Preußen kurz Lobeofsund wurde. Wer bei Annelie Kuring heute vorbeikommt kann in einer ihrer Ferienwohnungen die Landschaft und ihre Gastfreundschaft auch länger genießen. Und frisch gekocht wird dann natürlich (nach Vorbestellung - Tel. 033922 / 60400) auch.

Die Teilnehmer der Radio Eins Sommer-Radtour entscheiden sich dann für einen kleinen Abstecher von Lobeofsund nach Königshorst. Horst bedeutet soviel wie eine leicht erhöhte, meist trockene Stelle in Feuchtgebieten wie dem Rhinluch. Und da der König Friedrich II. hier 1719 während der Trockenlegung des Luchs hier persönlich vorbeischaute, wurde das Dorf gleich in Königshorst umbenannt. Aus dieser Zeit stammt auch der alte Dorfkrug - der zu Ehren des Preußenkönigs natürlich Zum Alten Fritz heißen muss. Heute erscheint der Fachwerkbau von außen wie aus dem Bilderbuch für Großstädter - und ist innen irgendwie in einen Dämmerschlaf verfallen. Die 72-jährige Wirtin Rosemarie Sydow öffnet zwar noch täglich, aber es ist einsam geworden und nur noch der eine oder andere Trinker scheint vorbeizukommen. "Die kommen doch sowieso nicht vom Radweg bis hierher", glaubte Sydow auf Nachfrage nach einem Blech frischem Kuchen noch vor einer Woche zu wissen. Und nun stehen einem knapp drei Kilometer kurzen Abstecher vom Radweg Stille Pauline 30 Radfahrer vor ihrer Tür und bestellen Eis. Fassbrause gibts heute auch nicht - aber der Wirtin huscht ein Lächeln übers Gesicht.

Zurück zum alten Bahndamm der Stillen Pauline geht es weiter zum einstigen Bahnhof Fehrbellin. Unterwegs begegnen uns erstaunlich viele andere Fahrradtouristen - die Märkische Allgemeine und Radio Eins haben offensichtlich viele Neugierige auch individuell mit dem Rad auf die Piste gebracht.

Am Alten Bahnhof Fehrbellin hat sich bereits ein illustres Empfangskomitee versammelt. Kerstin Zietz ist hat den Bahnhof gekauft und baut diesen gerade zu einem Restaurant samt Pension um. Natürlich soll auch ein Biergarten hinzukommen und auf einem letzten Gleisstück eine restaurierte Dampflok mit einem historischen Reisewaggon das Ensemble zu einem Traumziel machen. Bereits heute musste sie viele neugierige wegschicken, die hier bereits Kaffee und Kuchen in der Sonne probieren wollten. Doch diesmal war die Szenerie für 30 Radio Eins Hörer reserviert - und die waren begeistert. Gerne würde Zietz, die einige Kilometer weiter einen Bauernhof mit Pension betreibt auch jetzt schon mehr machen. Aber da gibt es auch mal ganz seltsame Gründe der Verwaltung die notwendigen Genehmigungen zu versagen. Heute ist auch Fehrbellins Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck gekommen und voll des Lobes.

Noch ist eine Brücke am neuen Radweg Stille Pauline in Richtung Neuruppin in Bau. So folgte mit einer zweistündigen Kanutour eine der schönsten Umleitungen die sich Fahrradtouristen wünschen können. Achim Glaser von Rhinpaddel ist einer der engagiertesten Unternehmer bei der Verbindung von Kanu- und Fahrradtouren in Brandenburg. Während der Kanutour werden die Fahrräder sicher an Land transportiert, so dass man entspannt oneway dem Ziel entgegen fahren kann.

Das Zwischenziel an der Hakenberger Schleuse war zugleich ein unvergessliches Naturschauspiel. Rund 20 Weißstörche haben sich auf einem frisch gemähten Feld direkt an der Fahrradstraße niedergelassen, um die nun im Übermaß vorhandene Nahrung aus Fröschen, Mäusen oder auch Aas einzusammeln.

Auf der Zieleinfahrt führten die Fahrradstraßen unter alten Bäumen am Ruppiner See entlang zur Uferpromenade von Neuruppin. In der Seewirtschaft vom Seehotel Fontane wurde der Abend nicht nur lang, sondern auch ein kulinarischer Höhepunkt.

Hintergrund

- alle Infos zur Radio Eins Sommer-Radtour auf dem Radweg Stille Pauline nachlesen

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